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Meister Eckhart

Verwandte Wege

  • Gestorben 1328
  • wirkte in Ort und Lehrsprachen nicht geprüft

Lehre

Ein dominikanischer Theologe und Prediger. In seinen deutschen Predigten und Traktaten spricht er von der Abgeschiedenheit (abegescheidenheit) und vom Lassen und von der Geburt des Wortes im Grund der Seele, wo die Seele mit Gott eins wird. In seinen Reden der Unterweisung sagt er, Heiligkeit solle auf dem Sein beruhen, nicht auf dem Tun. 1, 2

Für wen

Für Leserinnen und Leser, die die christliche Mystik und ihre Sprache von Abgeschiedenheit und Seelengrund anspricht und die bereit sind, mittelalterliche Texte in einer Übersetzung oder mit einem Kommentar zu lesen.

Leben und Orte
  • Er wurde um 1260 geboren, höchstwahrscheinlich in oder bei Tambach nahe Erfurt, trat vermutlich in Erfurt in den Dominikanerorden ein und studierte Theologie in Paris; 1293/94 wurde er Prior des Erfurter Dominikanerklosters. 1
  • 1302 und erneut 1311 hatte er den Lehrstuhl der Dominikaner für Theologie in Paris inne; dazwischen war er Provinzial der neu gegründeten Dominikanerprovinz Saxonia. 1
  • Ab 1313 wirkte er in Straßburg als Vikar des Ordensmeisters, in engem Kontakt mit Frauenklöstern und Beginengemeinschaften; um 1323/24 ging er nach Köln. 1
  • Er starb höchstwahrscheinlich am 28. Januar 1328, während Sätze aus seinen Werken am päpstlichen Hof in Avignon geprüft wurden. 1329 verwarf Papst Johannes XXII. 28 davon in der Bulle In agro dominico, ohne Eckhart selbst zum Häretiker zu erklären. 1

Wo man beginnen kann

  • Die Reden der Unterweisung (Die rede der underscheidunge) in Franz Pfeiffers gemeinfreier Ausgabe von 1857. Laut ihrer Überschrift hielt er diese Reden als Prior von Erfurt und Vikar von Thüringen mit „Kindern“, die ihn vieles fragten, wenn sie bei der Kollation beisammensaßen. 1, 2

Werke

  • Daz buoch der götlîchen trœstunge (Book of Divine Consolation)

    Text · Franz Pfeiffer (ed.), Deutsche Mystiker des vierzehnten Jahrhunderts, vol. 2, Göschen, Leipzig 1857

    Ein Trostbuch in deutscher Sprache, das mit dem Lobpreis des Paulus auf den Gott allen Trostes aus seinem zweiten Brief an die Korinther beginnt.

    archive.org

  • Die rede der underscheidunge (Talks of Instruction)

    Text · Franz Pfeiffer (ed.), Deutsche Mystiker des vierzehnten Jahrhunderts, vol. 2, Göschen, Leipzig 1857

    Reden über Gehorsam, Gebet, das Lassen seiner selbst, Abgeschiedenheit und das innere Leben, die er laut ihrer Überschrift als Prior von Erfurt mit „Kindern“ hielt, die ihn befragten.

    archive.org

  • Predigten (German Sermons)

    Text · Franz Pfeiffer (ed.), Deutsche Mystiker des vierzehnten Jahrhunderts, vol. 2, Göschen, Leipzig 1857

    Seine Predigten in mittelhochdeutscher Sprache. Pfeiffers Ausgabe von 1857 druckt 110 davon; die kritische Ausgabe sind Die deutschen Werke I–IV.

    archive.org

  • Von abegescheidenheit (On Detachment)

    Text · Franz Pfeiffer (ed.), Deutsche Mystiker des vierzehnten Jahrhunderts, vol. 2, Göschen, Leipzig 1857

    Eine Abhandlung, in der er fragt, welche Tugend den Menschen Gott am nächsten bringt, und sie in lauterer Abgeschiedenheit findet, die er sogar über die Liebe stellt.

    archive.org

Die kurzen Zusammenfassungen sind unsere.

In eigenen Worten

Kurze Stellen in den Worten von Meister Eckhart, jeweils mit Quelle. Ist der zitierte Text nicht in der Sprache dieser Seite, folgt eine Übersetzung mit dem Hinweis, von wem sie stammt.

  • Bist du gerecht, so sind auch deine Werke gerecht. Denke nicht, dein Heil zu setzen auf ein Tun: man muß es setzen auf ein Sein. Denn die Werke heiligen uns nicht, sondern wir müssen die Werke heiligen.

    Die rede der underscheidunge (Talks of Instruction) · Büttner, vol. 2 (Jena 1921), p. 10, chapter 3 'Werk und Wesen' · archive.org Zitierte Übersetzung: Modern German translation by Herman Büttner, Meister Eckeharts Schriften und Predigten, vol. 2, 'Geistliche Unterweisung' (Eugen Diederichs, Jena; first edition 1909, here the printing of 1921). Checked word for word by eye on the page scan; the OCR of the Fraktur type is unusable. Corresponds to Pfeiffer 1857, p. 546, lines 21–24.
  • Fahnde auf dich, und wo du dich findest, da gib dich auf! Das ist das Heilsamste.

    Die rede der underscheidunge (Talks of Instruction) · Büttner, vol. 2 (Jena 1921), p. 10, lines 2–4 (end of chapter 2) · archive.org Zitierte Übersetzung: Modern German translation by Herman Büttner, Meister Eckeharts Schriften und Predigten, vol. 2, 'Geistliche Unterweisung' (Eugen Diederichs, Jena; first edition 1909, here the printing of 1921). Checked word for word by eye on the page scan; the OCR of the Fraktur type is unusable. Corresponds to Pfeiffer 1857, p. 546, lines 8–9.
  • Und wenn ich allem, was darüber geschrieben ist, auf den Grund gehe, soweit meine Vernunft mit ihrem Zeugnis und ihrem Urteil reichen mag, so finde ich keine andere als lautere, alles Erschaffenen ledige Abgeschiedenheit.

    Von abegescheidenheit (On Detachment) · Büttner, vol. 1 (Jena 1921), p. 57, 'Von der Abgeschiedenheit' · archive.org Zitierte Übersetzung: Modern German translation by Herman Büttner, Meister Eckeharts Schriften und Predigten, vol. 1, 'Von der Abgeschiedenheit' (Eugen Diederichs, Jena; first edition 1903, here the 9th to 11th thousand of 1921). Checked word for word by eye on the page scan; line-end hyphen removed. Corresponds to Pfeiffer 1857, p. 484, lines 4–6.
Quellen
  1. Meister Eckhart (Stanford Encyclopedia of Philosophy) Artikel einer wissenschaftlichen Enzyklopädie. abgerufen am 13 Okt 2026
  2. Franz Pfeiffer (Hg.), Deutsche Mystiker des vierzehnten Jahrhunderts, Bd. 2: Meister Eckhart, Leipzig 1857 · archive.org Erste Sammelausgabe seiner deutschen Werke (gemeinfrei); Scan eines Bibliotheksexemplars abgerufen am 13 Okt 2026

Von uns aus den genannten Quellen zusammengestellt. Zuletzt geprüft: 13 Okt 2026.

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