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Dschalal ad-Din Rumi (Mevlana)

Verwandte Wege

  • 1207–1273
  • wirkte in Konya, Anatolia (present-day Turkey)

Lehre

Rumi lehrte den Weg der Sufis: das Selbst (nafs) unter der Führung eines Meisters zu überwinden und so Gott unmittelbar zu erfahren. Von diesem Weg spricht er vor allem als Liebe. Die Seele leidet an der Trennung von ihrem Ursprung, wie die Rohrflöte in den ersten Versen des Masnavi, die aus ihrem Röhricht geschnitten wurde, und die Liebe verbrennt alles außer dem Geliebten. In der Sprache der Sufis ist dies das Entwerden des Selbst (fana), dessen Gegenstück das Bleiben (baqa) ist. 1, 2

Für wen

Für Lesende, die der Sehnsucht nach Gott und dem Vergehen des Selbst so begegnen möchten, wie ein muslimischer Sufi-Dichter und Lehrer sie in Geschichten und Gedichten ausgedrückt hat. Dieser Katalog führt ihn unter den verwandten Wegen; „nondual“ ist unser Wort dafür, nicht seines.

Leben und Orte
  • Er wurde 1207 in die Familie von Baha al-Din Walad geboren, einem Prediger und Gelehrten aus Balch in Chorasan. 3, 4
  • Als die Mongolen vorrückten, zog die Familie nach Westen; nach der Pilgerfahrt nach Mekka und einigen Jahren in anatolischen Städten wie Larende (Karaman) ließ sie sich um 1229 in Konya nieder. 3, 4
  • Er trat die Nachfolge seines Vaters an, der 1231 starb. Burhan al-Din Muhaqqiq Tirmidhi, der wichtigste Sufi-Schüler seines Vaters, wurde sein Mentor, und 1244 begegnete er Shams al-Din aus Täbris, der sein mystischer Mentor wurde. 1, 3, 4, 5
  • Nachdem Shams 1247 verschwunden war, widmete sich Rumi mehr dem Unterricht seiner Schüler. Er diktierte das Masnavi seinem Schüler Husam al-Din Chalabi, der es niederschrieb, und starb 1273, ohne das Gedicht vollendet zu haben. 3, 6

Wo man beginnen kann

  • Das Masnavi, das mit dem Lied der Rohrflöte beginnt (Buch I, Verse 1–18). R. A. Nicholsons englische Übersetzung aus dem Persischen, ab 1926 vom E. J. W. Gibb Memorial veröffentlicht, ist im Internet Archive zu lesen. 2, 7, 8
  • Fihi ma fihi, seine von Schülern aufgezeichneten Lehrreden, für seine Lehre in Prosa. A. J. Arberry hat sie unter dem Titel Discourses of Rumi (1961) ins Englische übersetzt. 1, 9
Öffentlicher Zusammenhang
  • Er war ein muslimischer Gelehrter und Sufi. Er lehrte in der Madrasa in Konya, die er von seinem Vater übernommen hatte, und das Masnavi zitiert den Koran und die Aussprüche des Propheten häufiger als jedes andere Gedicht seiner Art. 1
  • Der Mevlevi-Orden ist nach ihm benannt. Zu einem organisierten Sufi-Orden wurde er erst unter seinem Sohn Sultan Walad, der ihn von 1284 bis zu seinem Tod 1312 leitete. 4, 5
  • Coleman Barks, dessen englische Fassungen Rumis viel gelesen werden, liest kein Persisch; laut The New Yorker überträgt er Übersetzungen aus dem 19. Jahrhundert in amerikanische Verse. 10

Werke

  • Masnavī-ye Maʿnavī (The Mathnawi)

    Buch · 1262 · Trustees of the E. J. W. Gibb Memorial

    Rumis langes Lehrgedicht auf Persisch in sechs Büchern aus Doppelversen. Es lehrt den Weg der Sufis in Geschichten mit Erläuterungen und beginnt mit der Klage der Rohrflöte, die von ihrem Ursprung getrennt wurde.

    openlibrary.org

  • Dīvān-e Shams-e Tabrīzī (The Divan of Shams of Tabriz)

    Buch · Amīr Kabīr, Tehran

    Rumis Sammlung lyrischer Gedichte (Ghaselen) auf Persisch, Shams al-Din aus Täbris gewidmet, seinem mystischen Mentor.

    openlibrary.org

  • Fīhi mā fīhi (Discourses)

    Buch · Amīr Kabīr, Tehran

    Rumis wichtigstes Prosawerk: 71 Lehrreden, zusammengestellt aus den Aufzeichnungen von Schülern, die seinen Lehrkreis besuchten. Oft erzählt er eine Geschichte und legt dann ihre Lehre dar.

    openlibrary.org

Die kurzen Zusammenfassungen sind unsere.

Weitere Werke von Dschalal ad-Din Rumi (Mevlana) in der Bibliothek

In eigenen Worten

Kurze Stellen in den Worten von Dschalal ad-Din Rumi (Mevlana), jeweils mit Quelle. Ist der zitierte Text nicht in der Sprache dieser Seite, folgt eine Übersetzung mit dem Hinweis, von wem sie stammt.

  • Listen to the reed how it tells a tale, complaining of separations— / Saying, “Ever since I was parted from the reed-bed, my lament hath caused man and woman to moan. / I want a bosom torn by severance, that I may unfold (to such a one) the pain of love-desire.

    Höre auf die Rohrflöte, wie sie eine Geschichte erzählt und über Trennungen klagt — / Sie sagt: „Seit man mich vom Röhricht getrennt hat, bringt meine Klage Mann und Frau zum Stöhnen. / Ich suche eine von Trennung zerrissene Brust, damit ich (einem solchen) den Schmerz der Liebessehnsucht darlegen kann.

    Übersetzung: unsere

    Masnavī-ye Maʿnavī (The Mathnawi) · Book I, verses 1–3 (opening of the Proem); Nicholson's translation, vol. II (1926), p. 5 · archive.org Zitierte Übersetzung: English translation from the Persian by R. A. Nicholson (1926); verses separated by /. The reed's speech that opens in verse 2 closes in verse 8; the word 'separations' is hyphenated across a line break in the print.
  • The lover’s ailment is separate from all other ailments: love is the astrolabe of the mysteries of God. / Whether love be from this (earthly) side or from that (heavenly) side, in the end it leads us yonder. / Whatsoever I say in exposition and explanation of Love, when I come to Love (itself) I am ashamed of that (explanation).

    Das Leiden des Liebenden ist von allen anderen Leiden geschieden: Die Liebe ist das Astrolabium der Geheimnisse Gottes. / Ob die Liebe von dieser (irdischen) Seite kommt oder von jener (himmlischen), am Ende führt sie uns dorthin. / Was immer ich zur Darlegung und Erklärung der Liebe sage, wenn ich zur Liebe (selbst) komme, schäme ich mich dieser (Erklärung).

    Übersetzung: unsere

    Masnavī-ye Maʿnavī (The Mathnawi) · Book I, verses 110–112; Nicholson's translation, vol. II (1926), p. 10 · archive.org Zitierte Übersetzung: English translation from the Persian by R. A. Nicholson (1926); verses separated by /. The words in brackets are Nicholson's.
  • His friend called to him, “Who is at the door?” He answered, “’Tis thou art at the door, O charmer of hearts.” / “Now,” said the friend, “since thou art I, come in, O myself: there is not room in the house for two I’s.

    Sein Freund rief ihm zu: „Wer ist an der Tür?“ Er antwortete: „Du bist es, der an der Tür ist, du Bezauberer der Herzen.“ / „Nun“, sagte der Freund, „da du ich bist, komm herein, o du mein Selbst: Im Haus ist nicht Raum für zwei Ich.

    Übersetzung: unsere

    Masnavī-ye Maʿnavī (The Mathnawi) · Book I, verses 3062–3063 (story of the person who knocked at a friend's door); Nicholson's translation, vol. II (1926), p. 167 · archive.org Zitierte Übersetzung: English translation from the Persian by R. A. Nicholson (1926); verses separated by /. The friend's words continue in verse 3064.
  • The religion of Love is apart from all religions: for lovers, the (only) religion and creed is—God.

    Die Religion der Liebe ist von allen Religionen geschieden: Für die Liebenden ist die (einzige) Religion und das (einzige) Bekenntnis — Gott.

    Übersetzung: unsere

    Masnavī-ye Maʿnavī (The Mathnawi) · Book II, verse 1770 (story of Moses and the shepherd); Nicholson's translation, vol. II (1926), p. 312 · archive.org Zitierte Übersetzung: English translation from the Persian by R. A. Nicholson (1926). The Encyclopaedia Iranica cites the same couplet as Book II, verse 1774.
  • I have bestowed on (my) young Fortune (Ḥusámu’ddín) the name of Pír (old), because he is (made) old by the Truth, not (made) old by Time. / So old is he that he hath no beginning: there is no rival to such a unique Pearl.

    Ich habe (meinem) jungen Glück (Ḥusámu’ddín) den Namen Pír (alt) gegeben, weil er durch die Wahrheit (alt gemacht) ist, nicht durch die Zeit (alt gemacht). / So alt ist er, dass er keinen Anfang hat: Einer solchen einzigartigen Perle gleicht keine andere.

    Übersetzung: unsere

    Masnavī-ye Maʿnavī (The Mathnawi) · Book I, verses 2940–2941 (on the Pir, addressed to Husam al-Din Chalabi); Nicholson's translation, vol. II (1926), p. 160 · archive.org Zitierte Übersetzung: English translation from the Persian by R. A. Nicholson (1926); verses separated by /. The words in brackets are Nicholson's. The section, headed 'Concerning the qualities of the Pír (Spiritual Guide)', opens in verse 2934 with an address to Husam al-Din.
  • When the Light of God, Ḥusámu’ddín, drew the reins (of his spirit) back from the zenith of Heaven— / (For) after he had gone in the ascension to (spiritual) realities, without his (life-giving) springtide the buds (of mystic knowledge) were unburst (in my heart)— / When (I say) he returned from the Sea towards the shore, the lyre of the poesy of the Mathnawí became attuned (again).

    Als das Licht Gottes, Ḥusámu’ddín, die Zügel (seines Geistes) vom Zenit des Himmels zurückzog — / (Denn) nachdem er in der Himmelfahrt zu den (geistigen) Wirklichkeiten gegangen war, waren ohne seinen (lebenspendenden) Frühling die Knospen (der mystischen Erkenntnis) (in meinem Herzen) ungeöffnet — / Als er (sage ich) vom Meer zum Ufer zurückkehrte, wurde die Leier der Dichtung des Mathnawí (wieder) gestimmt.

    Übersetzung: unsere

    Masnavī-ye Maʿnavī (The Mathnawi) · Book II, verses 3–5 (opening of Book II); Nicholson's translation, vol. II (1926), p. 222 · archive.org Zitierte Übersetzung: English translation from the Persian by R. A. Nicholson (1926); verses separated by /. The words in brackets are Nicholson's; 'knowledge' is hyphenated across a line break in the print. Verse 7 gives the year 662 (1263–64) for the beginning of Book II.
  • O Ẓiyá’u ’l-Ḥaqq (Radiance of God), Ḥusámu’ddín, thou art he through whose light the Mathnawí hath surpassed the moon (in splendour). / O thou in whom hopes are placed, thy lofty aspiration is drawing this (poem) God knows whither. / Thou hast bound the neck of this Mathnawí: thou art drawing it in the direction known to thee. / The Mathnawí is running on, the drawer is unseen—unseen by the ignorant one who hath no insight. / Inasmuch as thou hast been the origin of the Mathnawí, if it become increased (in size), (’tis) thou (who) hast caused it to increase.

    O Ẓiyá’u ’l-Ḥaqq (Glanz Gottes), Ḥusámu’ddín, du bist es, durch dessen Licht das Mathnawí den Mond (an Glanz) übertroffen hat. / O du, auf den sich die Hoffnungen richten, dein hohes Streben zieht dieses (Gedicht) Gott weiß wohin. / Du hast den Hals dieses Mathnawí gebunden: Du ziehst es in die Richtung, die dir bekannt ist. / Das Mathnawí läuft weiter, der Ziehende ist unsichtbar — unsichtbar für den Unwissenden, der keine Einsicht hat. / Da du der Ursprung des Mathnawí gewesen bist: Wenn es (an Umfang) zunimmt, (so bist es) du, (der) es hat zunehmen lassen.

    Übersetzung: unsere

    Masnavī-ye Maʿnavī (The Mathnawi) · Book IV, verses 1–5 (opening of Book IV); Nicholson's translation, vol. IV (1930), p. 273 · archive.org Zitierte Übersetzung: English translation from the Persian by R. A. Nicholson (1930); verses separated by /. The words in brackets are Nicholson's.
  • O Life of the heart, Ḥusámu’ddín, desire for (the composition of) a Sixth Part has long been boiling (within me). / Through the attraction (influence) of a Sage like thee, a Book of Ḥusám has come into circulation in the world.

    O Leben des Herzens, Ḥusámu’ddín, das Verlangen nach (der Abfassung) eines Sechsten Teils kocht schon lange (in mir). / Durch die Anziehung (den Einfluss) eines Weisen wie dir ist ein Buch des Ḥusám in der Welt in Umlauf gekommen.

    Übersetzung: unsere

    Masnavī-ye Maʿnavī (The Mathnawi) · Book VI, verses 1–2 (opening of Book VI); Nicholson's translation, vol. VI (1934), p. 258 · archive.org Zitierte Übersetzung: English translation from the Persian by R. A. Nicholson (1934); verses separated by /. The words in brackets are Nicholson's. The Encyclopaedia Iranica (Estelami) cites verse 2 for Rumi calling the poem 'Ḥosāmi-nāma'.

Dokumentierte Lehrbeziehungen

Lehrbeziehungen sind dokumentierte Aussagen. Sie begründen kein Vertrauen und bescheinigen keine Verwirklichung.

Quellen
  1. RUMI, JALĀL-AL-DIN viii. Rumi’s Teachings (Jawid Mojaddedi, 2014) · Encyclopaedia Iranica Namentlich gezeichneter Artikel in einer wissenschaftlichen Enzyklopädie über seine Lehre, vor allem auf Grundlage des Masnavi und von Fihi ma fihi abgerufen am 13 Okt 2026
  2. RUMI, JALĀL-AL-DIN vii. Philosophy (William C. Chittick, 2017) · Encyclopaedia Iranica Namentlich gezeichneter Artikel in einer wissenschaftlichen Enzyklopädie über die Gedanken in seinen Werken abgerufen am 13 Okt 2026
  3. IRAN viii. PERSIAN LITERATURE (2) Classical (Charles-Henri de Fouchécour, 2006) · Encyclopaedia Iranica Namentlich gezeichneter Überblicksartikel in einer wissenschaftlichen Enzyklopädie mit einem kurzen Abschnitt über Rumis Leben und Werk abgerufen am 13 Okt 2026
  4. BAHĀʾ-AL-DĪN MOḤAMMAD WALAD (Hamid Algar, 1988) · Encyclopaedia Iranica Namentlich gezeichneter Artikel in einer wissenschaftlichen Enzyklopädie über Rumis Vater, gestützt auf seine Maʿaref und die frühen Biografien abgerufen am 13 Okt 2026
  5. BAHĀʾ-AL-DĪN SOLṬĀN WALAD (Muhammad Isa Waley, 1988) · Encyclopaedia Iranica Namentlich gezeichneter Artikel in einer wissenschaftlichen Enzyklopädie über Rumis Sohn, vor allem gestützt auf sein Walad-nama abgerufen am 13 Okt 2026
  6. ḤOSĀM-AL-DIN ČALABI (Mohammad Estelami, 2004) · Encyclopaedia Iranica Namentlich gezeichneter Artikel in einer wissenschaftlichen Enzyklopädie über Rumis Schüler und ersten Nachfolger abgerufen am 13 Okt 2026
  7. The Mathnawi of Jalaluddin Rumi, Bd. II: Übersetzung der Bücher I und II, von R. A. Nicholson (E. J. W. Gibb Memorial, 1926) · Internet Archive Scan eines späteren Nachdrucks der wissenschaftlichen englischen Übersetzung aus dem Persischen; in Teilen gelesen abgerufen am 13 Okt 2026
  8. The Mathnawi of Jalaluddin Rumi, herausgegeben und übersetzt von R. A. Nicholson, 8 Bde. (E. J. W. Gibb Memorial, 1925–1940) · Open Library Bibliothekskatalogeintrag abgerufen am 13 Okt 2026
  9. Discourses of Rumi, übersetzt von A. J. Arberry (John Murray, London; Nachdruck 1975 der Ausgabe von 1961) · Open Library Bibliothekskatalogeintrag abgerufen am 13 Okt 2026
  10. The Erasure of Islam from the Poetry of Rumi (Rozina Ali, 5. Januar 2017) · The New Yorker Essay in einer Zeitschrift über populäre englische Fassungen Rumis, mit Aussagen von Fachleuten und von Coleman Barks abgerufen am 13 Okt 2026

Von uns aus den genannten Quellen zusammengestellt. Zuletzt geprüft: 13 Okt 2026.

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